KI im Sicherheitsdienst: 86 % erwarten laut Lünendonk 2026 KI als Standard. Was das für Leitstelle, Disposition und Routineanrufe heißt, mit Quellen.
Die kurze Antwort
KI im Sicherheitsdienst wird 2026 vor allem in drei Feldern erwartet: Video- und Fernüberwachung, Kundenservice und Kommunikation sowie Qualitätssicherung und Disposition. 86 % der Anbieter rechnen laut Lünendonk damit, dass KI in zwei bis drei Jahren Standard ist.
Für die Leitstelle heißt das nicht, dass eine Maschine den Alarm bearbeitet. Es heißt, dass Routineanrufe nicht mehr auf derselben Leitung landen wie der Alarm: Krankmeldungen der Nachtwache, Schichtfragen, Auskünfte an Auftraggeber, Bewerber, Vertriebsanrufe. Dieser Artikel ordnet die Zahlen von Lünendonk und BDSW ein und zieht die Grenze zwischen dem, was ein KI-Telefonassistent übernimmt, und dem, was bei der Leitstelle bleibt.
Die Zahlen: Lünendonk 2026 und BDSW
Die private Sicherheitswirtschaft in Deutschland zählt 4.517 Unternehmen mit rund 291.000 Beschäftigten und einem Umsatz von voraussichtlich 14,75 Mrd. € im Jahr 2025. Seit 2015 hat sich der Umsatz verdoppelt.
Lesart 1: Der Markt wächst, aber das Personal fehlt. 5.478 offene Stellen und rund 4.400 kleine und mittlere Unternehmen, die zusammen etwa 56 % des Umsatzes halten, bedeuten: Die Zentrale ist oft dieselbe Person wie die Einsatzleitung.
Lesart 2: „Kundenservice und Kommunikation“ steht als KI-Feld in der Studie. Branchensoftware für Sicherheitsdienste (Disposition, Wachbuch) hat bislang keine Telefonie, und kein KI-Telefonanbieter führte am 14.10.2026 eine Sicherheitsdienst-Seite. Das Feld ist benannt, aber nicht besetzt.
Zum Vergleich Facility Services: 84 % sehen KI als wichtigsten Trend, nur 11 % nutzen KI-gestützte Lösungen, 64 % nennen fehlende Budgets als Hürde (Lünendonk Facility-Service-Studie 2026).
KI-Erwartung und Marktgröße der Sicherheitsdienstleister (Stand 10/2026)
Kennzahl
Wert
Quelle
Anbieter, die KI in 2–3 Jahren als Standard erwarten
86 %
Lünendonk-Studie Sicherheitsdienstleister 2026, zitiert nach rationell reinigen, 30.09.2026
Anbieter, die Kundennachfrage nach KI-Leistungen sehen
40 %
Lünendonk 2026, ebd.
Anbieter, die KI-Leistungen bereits vermarkten
19 %
Lünendonk 2026, ebd.
Genannte KI-Einsatzfelder
Video-/Fernüberwachung; Kundenservice und Kommunikation; Qualitätssicherung/Leistungsdisposition
Lünendonk 2026, ebd.
Sicherheitsunternehmen in Deutschland
4.517 (plus 666 Detekteien)
BDSW-Pressemitteilung 12.03.2026
Beschäftigte (30.06.2025)
290.871, davon 276.987 in Wach- und Sicherheitsdiensten
Was in der Leitstelle heute über eine Leitung läuft
In vielen kleineren Sicherheitsdiensten nimmt dieselbe Person den Alarm, die Krankmeldung der Nachtwache und die Frage des Auftraggebers an, ob der Rundgang gelaufen ist.
Stellenanzeigen für Disponenten zeigen das Profil: „Ersatz bei Ausfällen organisieren“, „kurzfristige Personalengpässe bearbeiten“, „Rufbereitschaft mind. 1 Woche pro Monat“ (Stellenanzeigen von Sicherheit Nord, Contact Sicherheit und bob security, abgerufen 14.10.2026). Der Dienstplan-Anbieter secplaner beschreibt die Folge: Fällt die einzige Nachtwache aus und niemand springt ein, kann der Kollege das Objekt nicht verlassen und hängt eine zweite Schicht an. Änderungen, die „nur per Telefon oder Chat“ organisiert werden, führen dort schnell zu Verstößen gegen das Arbeitszeitgesetz.
Für die Einsatzleitung heißt Rufbereitschaft in der Praxis: Das private Handy ist nachts die Leitstelle. Jeder Anruf, der dort ankommt, muss zuerst sortiert werden: Ist das der Auftraggeber, der eine Rechnung sucht, oder die Nachtwache, die in 20 Minuten nicht am Objekt sein wird? Diese Sortierung ist die eigentliche Last, nicht das einzelne Gespräch. Sie kostet Schlaf, und sie kostet Aufmerksamkeit für den Anruf, der wirklich dringend ist.
Die Anrufe, die auf dieser Leitung ankommen, unterscheiden sich stark in Dringlichkeit und Häufigkeit:
Alarm oder Vorfall am Objekt: selten, kritisch, braucht sofort einen Menschen mit Entscheidungsbefugnis.
Schichtausfall nachts oder früh: häufig, Zeitdruck, braucht eine vollständige Meldung und dann einen Disponenten.
Auftraggeber: „Ist der Rundgang gelaufen?“, „Wer war gestern Nacht im Objekt?“, meist zu Bürozeiten, meist eine Auskunft.
Bewerber: bei 5.478 offenen Stellen ein wertvoller Anruf, der oft auf der Mailbox endet.
Lieferanten und Vertriebsanrufe: nie durchstellen, Rückruf erfassen.
Interessenten und Rückfragen zu Ausschreibungen: selten, hoher Wert, braucht Objektgröße, Leistung und Rückrufnummer.
Routine oder Alarm: die Grenze, die ein KI-Telefonassistent einhält
Ein KI-Telefonassistent übernimmt im Sicherheitsdienst Routineanrufe. Alarmempfang, Bewertung und Intervention bleiben bei Menschen in der Leitstelle. Empfango ist keine Alarmaufschaltung und ersetzt keine Notruf- und Serviceleitstelle.
Empfango nimmt den Anruf an, erkennt das Anliegen und erfasst es strukturiert: Name, Rückrufnummer, Objekt, Anliegen. Routine wird gemeldet, dringende Anrufe werden an die Bereitschaft weitergeleitet. Nimmt dort niemand ab, endet die Weiterleitung nach einem Klingel-Timeout; Empfango erfasst einen Rückruf und benachrichtigt die Einsatzleitung per WhatsApp, Telegram, E-Mail oder Webhook. Empfango entscheidet nicht über einen Alarm und löst keine Intervention aus; es sorgt dafür, dass der Anruf nicht verloren geht. Wie diese Kette eingerichtet wird, steht unter Bereitschaft und Eskalation.
Routine, die Empfango übernimmt: Krankmeldung und Schichtausfall (Name, Objekt, Schicht, Rückrufnummer, Meldung an die Einsatzleitung); Auskunft an Auftraggeber aus der Wissensbasis, auf Wunsch mit Rundgangsdaten aus LiteLog; Bewerber mit Terminbuchung oder Weiterleitung an die Personalabteilung; Vertriebsanrufe als Rückrufnotiz; Interessenten mit Objektgröße und Leistung.
Alarm, der beim Menschen bleibt: Alarmmeldungen aus der Aufschaltung laufen über Ihre Leitstelle, nicht über die Büronummer. Ruft jemand mit einem Vorfall auf der Büronummer an, leitet Empfango sofort an die Bereitschaft weiter und dokumentiert den Versuch.
Was Empfango nicht tut: keine Umplanung im Dienstplan, keine Anrufe bei Ersatzkräften, kein Schreiben in Disposition oder Wachbuch ohne Webhook, keine Alarmverfolgung.
Was das für Disposition und Nachtbereitschaft ändert
Der Disponent bekommt um 22:40 Uhr eine strukturierte Meldung statt eines Anrufs: Wer fällt aus, welches Objekt, welche Schicht, welche Rückrufnummer. Die Ersatzsuche bleibt seine Aufgabe, beginnt aber mit vollständigen Daten.
Jedes Gespräch liegt als Transkript mit Zusammenfassung im Dashboard. Für den Auftraggeber, der am nächsten Morgen fragt, wann der Ausfall gemeldet wurde, gibt es damit einen Zeitstempel statt einer Erinnerung. Per Webhook landen die Meldungen in Ihren eigenen Systemen; wer LiteLog nutzt, sieht sie direkt im LiteLog-Portal. Beides ist optional. Auf der Seite KI-Telefonassistent für Sicherheitsdienste sind fünf typische Anrufe eines Tages mit dem jeweiligen Ablauf beschrieben; ein Beispiel aus der Praxis zeigt die Referenz Sekuris Dienstleistungen.
Die Einrichtung ändert nichts an der Leitstelle. Die Büro- oder Zentralenummer wird per Rufumleitung auf Empfango geschaltet, dauerhaft, nur außerhalb der Bürozeiten oder nur, wenn niemand abnimmt. Die Nummern der Bereitschaft werden im Dashboard hinterlegt. Alarmaufschaltungen bleiben davon unberührt, weil sie nicht über diese Nummer laufen. Ein Testanruf zeigt den Ablauf, bevor Sie etwas umstellen.
Zur Compliance: Jedes Gespräch beginnt mit einer festen Ansage, dass ein KI-Assistent spricht. Sprache und Text werden in der EU verarbeitet (Azure OpenAI EU, Deepgram EU; Sprachausgabe über ElevenLabs US auf Basis eines Auftragsverarbeitungsvertrags), Audio wird nicht dauerhaft gespeichert. Die Transparenzpflichten des EU AI Act für KI-Systeme im Kundenkontakt sind damit abgedeckt; Details unter Datenschutz und AVV.
Häufige Fragen
Nein. Die Leitstelle empfängt und bewertet Alarme und steuert die Intervention. Empfango nimmt die Routineanrufe auf der Büro- oder Zentralenummer an, damit die Leitstelle nicht zwischen Krankmeldung und Alarm sortieren muss.
86 % der befragten Sicherheitsdienstleister erwarten, dass KI in zwei bis drei Jahren Standard ist; 40 % sehen Nachfrage bei Kunden, 19 % vermarkten bereits KI-Leistungen. Als Einsatzfelder nennt die Studie Video- und Fernüberwachung, Kundenservice und Kommunikation sowie Qualitätssicherung und Leistungsdisposition (zitiert nach rationell reinigen, 30.09.2026).
Empfango leitet den Anruf an die hinterlegte Bereitschaft weiter. Nimmt niemand ab, erfasst Empfango nach dem Klingel-Timeout Name, Rückrufnummer, Objekt und Anliegen und benachrichtigt die Einsatzleitung sofort per WhatsApp, Telegram oder E-Mail. Alarmaufschaltungen gehören nicht auf diese Nummer, sondern in Ihre Leitstelle.
Empfango kostet ab 99 € im Monat zum Festpreis ohne Nachbuchung von Minuten, Details unter Preise. Zum Vergleich: Der einzige menschliche Telefonservice mit eigener Seite für Sicherheits- und Wachdienste bietet ein 24/7-Paket ab 199 € im Monat plus 0,99 € je Minute an (Die Telefonhelden, abgerufen 14.10.2026).
Fazit: Das benannte Feld besetzen
Die Lünendonk-Studie 2026 nennt Kundenservice und Kommunikation als KI-Feld im Sicherheitsdienst, und 86 % der Anbieter erwarten KI als Standard. Für die Leitstelle liegt der Nutzen nicht im Alarm, sondern daneben: in den Routineanrufen, die heute dieselbe Leitung und dieselbe Person binden. Ein KI-Telefonassistent nimmt diese Anrufe an, erfasst sie vollständig und leitet nur das weiter, was wirklich einen Menschen braucht. Der Alarm bleibt, wo er hingehört.